"Es geht darum, den verbleibenden Stunden Leben hinzuzufügen, und nicht darum, dem verbleibenden Leben Tage."

Aktuelles

5. Mai 2010

Pflegeheim besteht 25 Jahre, Hospiz feiert Zehnjähriges


Ein doppeltes Jubiläum feierte der Caritasverband Mannheim in Käfertal. Das dortige Pflegeheim Joseph-Bauer-Haus eröffnete vor 25 Jahren. Vor zehn Jahren wurden im gleichen Gebäude Pflegebetten für schwerstkranke Menschen bereitgestellt. Das war die Geburtsstunde des bis heute einzigen Mannheimer Erwachsenenhospizes St. Vincent. In einem Gottesdienst in der benachbarten Kirche St. Hildegard und einem anschließenden Festakt feierten etwa 200 geladene Gäste das Jubiläum und durften dabei eine kleine Überraschung erleben: Die hauseigene Kapelle wurde in den letzten Wochen renoviert und neu gestaltet. Zu diesem Anlass wurde sie von Jesuitenpater und Hausseelsorger Karl Weich gesegnet und den Besuchern vorgestellt.

Der Caritasratsvorsitzende und ehemalige Stadtdekan Monsignore Horst Schroff erinnerte sich während des Gottesdienstes an den ersten Besuch von Papst Johannes Paul II. vor 30 Jahren in Deutschland. Der besuchte damals ein Altenheim und war so beeindruckt von den Senioren, dass die Zeitungen anschließend titelten: „Der Papst verneigt sich vor dem Alter und rät allen, es ihm gleich zu tun.“ An so einem Tag falle das nicht schwer, so Schroff, sei doch das Joseph-Bauer-Haus und das benachbarte Franz-Völker-Haus seit je her ein Ort, an dem man sich in Würde um alte Menschen kümmert. „Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, seinen Eltern und Großeltern dankbar zu sein: für das Leben, die Bildung und Ausbildung, für die Liebe, die man erfahren hat“, so Schroff. Aufgrund der vielen Erfahrungen, welche die Menschen in ihrem Leben gemacht haben, schätzt auch der Geistliche selbst die Begegnung und das Gespräch mit den Senioren. Gleichzeitig betonte er aber auch, wie wichtig die Seelsorge für die Menschen im Pflegeheim sei: „Im hohen Alter stellt sich die berechtigte Frage nach dem Ende des Lebens und dem, was danach kommt. Deshalb ist es ein ganz wichtiges Merkmal aller Caritas-Häuser, dass die Seelsorge ebenso hoch gehalten wird wie die leibliche Pflege“.

Der Jesuitenpater und Hausseelsorger Karl Weich segnete anschließend in einer kleinen Feier die frisch renovierte Kapelle des Joseph-Bauer-Hauses. „Der Raum ist heller, aber vor allem viel theologischer geworden“, freute sich der Geistliche und bezog sich damit auf die neuen Fenster, das Kreuz, Altar und das Marienbildnis an der Wand. In dem Raum im Kellergeschoss des Gebäudes wurden die Wände durchbrochen und damit Platz für neue Fenster sowie die alten Motivfenster geschaffen.

Bürgermeister Michael Grötsch überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und des Stadtrates und lobte die professionelle Hilfe, die im Joseph-Bauer-Haus, im Franz-Völker-Haus und im Hospiz St. Vincent für hilfsbedürftige Senioren bereit steht. Besonders hob er die familiäre Atmosphäre und die Gemeinschaft hervor, die man in den Caritas-Einrichtungen erleben könne. Der Caritasvorstandsvorsitzende Franz Pfeifer blickte in seiner Rede auf die Geschichte des Hauses zurück: „25 Jahre Joseph-Bauer-Haus und zehn Jahre St. Vincent Hospiz sind eine Zeit der Lebenserfahrung, in denen sich Menschen begegnet sind, in denen sie vieles auf den Weg gebracht haben“. Pfeifer erinnerte an die Zeit der Entstehung des Hauses, die maßgeblich vom damaligen Vorstandsvorsitzenden Monsignore Franz Völker, den übrigen Mitgliedern des Vorstands, darunter Agathe Syren, Dekan Horst Schroff sowie dem Geschäftsführer Rudolf Walter geprägt war. „Eine besondere Auszeichnung erfuhr das Haus durch die Namensgebung: Mit der Benennung zum Joseph-Bauer-Haus ist ohne Zweifel die herausragendste und markanteste Persönlichkeit des katholischen Mannheims in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts geehrt worden“, erläuterte Franz Pfeifer.

Vor allem dankte Franz Pfeifer den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die dem Joseph-Bauer-Haus, dem Franz-Völker-Haus und dem Hospiz St. Vincent „ein professionelles und freundliches Gesicht geben“, das weit in die Region hinein wirkt und das Bewohner, Angehörige, Nachbarn, aber auch die Politik, Krankenkassen, Ärzte und Heimaufsicht mit den Einrichtungen verbinden. (Christian Klehr)